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Elbsandsteingebirge ? der deutsche Grand Canyon

28. Juni 2006 | Von Katrin Lutz

Beeindruckende Felsformationen und wilde Schluchten. Die zerklüfteten Felsen des Elbsandsteingebirges in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz erinnern im Kleinformat an die grandiosen Felslandschaften im US-Bundesstaat Colorado.

Das Elbsandsteingebirge liegt zwischen dem Erzgebirge und
der Lausitz beiderseits der Elbe im deutsch-tschechischen Grenzraum. Bekannt
ist das Mittelgebirge auch als Wander- und Kletterparadies und gilt als Wiege
des „Freeclimbings“. Fritz Wiessner, Oskar Schuster, Bernd Arnold und viele andere berühmte
Kletterer begannen von Sachsen aus die Eroberung der Berge der Welt.
Von der Elbe
gelangte das Freeclimbing in die USA und von dort wieder zurück nach Europa.
  
Doch
allein der Anblick des Elbsandsteingebirges lohnt den Besuch und Wanderer
kommen voll auf ihre Kosten. Hier befindet sich auch die
uneinnehmbare Festung Königstein.

Erreichbar mit dem Auto von Dresden aus über
die Bundesstrasse 172 in Richtung Bad Schandau und Tschechische Grenze. Königstein
besitzt u. a. die älteste Garnisonskirche Sachsens und eine 2 km lange
Brustwehr, auf der man die Festung umrunden kann.

Die Festung liegt auf einem Felsen oberhalb einer
Elbschleife.
 
Verschiedene Wege führen zum Ziel, in diesem Fall auf die
Bastei. Wenn man gut zu Fuß ist, empfiehlt es sich, nach Oberrathen zu fahren
und von dort mit der alten Gierfähre nach Niederrathen überzusetzen. Dabei kommt
einem unter Umständen einer der alten Elbraddampfer, die von Dresden bis zur
Tschechischen Grenze fahren, entgegen geschippert.

Sie gehören zur ältesten
Raddampferflotte Europas und stammen teilweise noch aus dem 19. Jahrhundert.
 
Von Rathen aus steigt man über viele Stufen, vorbei an
malerischen Sandsteinwänden, zur Bastei auf. Auf einem der Felsen steht eine
Wetterfahne in Form eines lebensgroßen Mönchs.
             
Von Oberrathen sieht es aus, als
ob auf dem Felsen ein Mann steht, der ganz plötzlich verschwindet, je nachdem,
ob die Wetterfahne von der schmalen oder der breiten Seite zu sehen ist.

Auf der Bastei und der Basteibrücke herrscht meist ein
großes Gedränge, für den Blick auf die umliegenden Felsen und die Landschaft nimmt
man das aber gerne in Kauf.

           
 
Empfehlenswert ist ein Ganztagesausflug über die Tschechische
Grenze in die Böhmische Schweiz. Biegt man in Hřensko, dem ersten Ort nach der
Grenze, nach links, kommt man nach ca. 8 km nach Mezní Louka. Auf dem dortigen
bewachten Parkplatz kann man sein Auto abstellen und zur Wilden Klamm
hinunterwandern. Die Klamm wird mit einem Kahn durchquert (ca. 500 m). Dann
geht es etwa 2 km zu Fuß weiter, um anschließend die Kahnfahrt durch die
Edmundsklamm (ca. 1 km) fortzusetzen. Die Schifffahrt in der Klamm ist durch
künstliche Wehre möglich, die den Fluss aufstauen. Diese stammen noch aus der
Zeit, als auf dem Fluss Holz geflößt wurde.

Nach der Kahnfahrt wandert man weiter am Fluss entlang bis
man die Straße von Hřensko nach Mezni Louka erreicht. Mit etwas Glück bekommt
man an der dortigen Haltestelle den „Kraxler“, einen deutschen Bus (roter
englischer Doppelstockbus), der von Bad Schandau nach Mezni Louka und zurück
fährt.
 
An der nächsten Haltestelle zweigt der Fußweg zum Prebischtor (Pravcicka brana) ab. Der Aufstieg ist recht steil aber dafür kurz
(gut eine Stunde). Oben angekommen beeindruckt einen der größte natürliche
Steinbogen Europas und an seinem Fuß die Traditionsgaststätte Falkennest
(Sokoli hnizdo).

Hinter der Gaststätte führt ein Weg auf weitere Felswände,
von denen man einen guten Blick auf das Prebischtor und die umliegende
Landschaft hat. Der Abstieg nach Mezni Louka zieht sich in die Länge, führt
aber dafür an beeindruckenden Sandsteinwänden entlang. Läuft man die ganze
Tour, ist sie etwa 18 km lang. Faulpelze können aber auch den Bus nehmen.  

 
Mehr Infos gibt’s hier und hier
Mehr Bilder kann man in der Diashow ansehen. (Einfach auf das oberste kleine Bild klicken.)



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5 Kommentare

  1. Für einen Grand Canyon ist die Sächsische Schweiz ja fast irgendwie zu grün. :-)
    Es gibt aber ein Gebiet im Südosten Arizonas an der Grenze zu Mexico, das erinnert mich extrem an die Sächsische Schweiz oder umgekehrt: das Chiricahua National Monument. Ähnliche Felssäulen und viel Grün.
    Beide sind echt schöne, sehr empfehlenswerte Wandergebiete (wie die Fotos oben zeigen).

  2. Oh, das Prebischtor steht auch noch auf meiner TO-DO Liste. Es ist übrigens von den Lesern des JuiceMag zu den 30 schönsten “natural-romantic-getaways” gewählt worden.

  3. Ich wollte schon lang Urlaub in dieser Region machen und diese Bilder machen sofrot Lust auf Koffer packen. Auf Grund der Bilder hatte ich nie auf ein Gebiet in Deutschland getippt. Das wurde ich mir auf jeden Fall ansehen wenn ich dort bin.

  4. Ist schon fest eingeplant für diesen Sommer.

  5. Vor allem die abwechslungsreiche Landschaft macht das Elbsandsteingebirge gerade für einen Familienurlaub immer wieder zu einem beliebten Ziel.

  6. Die Gegend rund um das Elbsandsteingebirge ist wirklich empfehlenswert. Die Natur - vor allem die Felsformationen - sind spektakular.

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