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Sand, so viel Sand, aber wo ist das Meer?

3. Mai 2006 | Von Katrin Lutz

1. Mai, Sonne und blauer Himmel. Alles in mir ruft: Raus und das schöne Wetter genießen! Aber wo? Rasch das Internet an und inspirieren lassen. Da sticht mir die Bezeichnung ?Boberger Dünen? ins Auge. Dünen, das klingt gut.

Die Boberger Dünen liegen auch gar nicht so weit entfernt
von meiner Wohnung. Am Rande Hamburgs in der Nähe von Mümmelmannsberg - wie der
Name schon sagt, in Boberg – findet man die letzte Wanderdüne Hamburgs. Ob die
allerdings noch viel wandert, bezweifle ich. Wohin auch, sie ist ja umgeben von
Häusern, Straßen und einem Segelflugplatz. Aber schön ist sie.
 
Ich hatte schon befürchtet, dass man den Sand vor lauter
Menschen nicht sehen würde, schließlich war ja 1. Mai, bekanntlich Ausflugstag,
aber Glück gehabt. Es standen zwar viele Autos 
auf dem Parkplatz an der Boberger Furt und viele Radfahrer waren
unterwegs, aber die Menschenmassen verteilten sich im weitläufigen Gelände. Die
entspannte Stille wurde nur durch das zeitweilige Lärmen der startenden
Segelflugzeuge gestört. Hin und wieder rief ein Kuckuck aus dem nahen Wald.


Die Dünenlandschaft versetzt einen direkt ans Meer. Man
meint hinter der nächsten Hügelkuppe die Brandung zu hören. Doch schaut man
dahinter, sind leider keine Meereswellen zu sehen. Stattdessen sieht man mehr
Sand. Die Boberger Dünen sind der letzte Rest einer Dünenlandschaft, die sich
von Berliner Tor bis Bergedorf erstreckte. Sie entstand aufgrund der ständigen
Winde am Nordufer des früheren Elburstromtals im Übergangsbereich von Marsch
und Geest. Im 19. und 20. Jahrhundert wurden die Dünen abgetragen und als
Bauland genutzt. Die Boberger Dünen blieben nur erhalten, weil man sich nicht
auf einen Sandpreis einigen konnte.
 
An die Düne schließt sich eine Heidelandschaft an. Während
wir so durch die Heide wandern meint mein Freund: „Und wo sind jetzt die
Heidschnucken?“ „Ach quatsch!“ sag ich. „Hier gibt das bestimmt keine.“ Kaum
hatte ich es gesagt, sah ich sie. Eine ganze Herde aus Heidschnucken und
Ziegen. Da hab ich mich wohl geirrt. Hier gibt es also doch Schafe und den
passenden Schäfer in schwarzer Schäferskluft und Hirtenhund dazu. Na ja, mein
Freund hat sich gefreut und ich fand sie auch niedlich. Sie sehen aus wie
wandelnde Wischmobs, die gleichzeitig Grasverwertung betreiben.

Nachdem wir genug von den Schafen hatten, wanderten wir
weiter zum Badesee, in dem tatsächlich schon Leute schwammen. Brrr. Wäre mir ja
noch viel zu kalt, aber muss ja nicht jeder so eine Frostbeule sein wie ich.
Nach diesem entspannten Wandertag bin ich mir sicher, dass ich im Sommer
häufiger mal hierher fahren werde.  
 

Anfahrt mit
öffentlichen Verkehrsmitteln von Hamburg aus:

Entweder mit der S-Banh bis Mittlerer Landweg und dann mit Buslinie 221 zum Boberger Furtweg. (der Bus fährt am Wochenende
nur alle 2 Stunden)
Oder mit der U3 bis Mümmelmannsberg und dann mit Buslinie 12
oder 232 bis Boberg
 

Anfahrt mit dem PKW:

Von der Bergedorfer
Straße in Am Langberg abbiegen
und dann über Schulredder und Boberger Furt zum Parkplatz.
 
Mehr Infos gibt es hier und hier.



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