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Tschernobyl – strahlender Extremtourismus

Verlassene Orte, Hinweisschilder, die ins Leere weisen, die
Natur hat sich das Katastrophengebiet rund um den explodierten Kernreaktor
zurückerobert. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten (zum Glück keine neuen
Mutantenarten, wie befürchtet) gibt es in der evakuierten
30-Kilometer-Sperrzone, die bis heute nur mit einem speziellen Passierschein
befahren werden darf.


Ökologische Touren
nach Tschernobyl

Ein Kiewer Reisebüro bietet seit einigen Jahren eine
besondere Form des Katastrophen-Tourismus an. Die Reiseagentur „Hamalia“ wirbt
mit: „Ökologischen Touren nach Tschernobyl“. Der Tagestrip kostet zwischen 100
und 150 Euro pro Person. Knapp zwei Autostunden von Kiew entfernt liegt das Katastrophengebiet.
Die Besucher der „Tschernobyl-Tour“ sollten billige Schuhe anziehen, denn das
Gelände um den „Sarkophag“, in dem die radioaktiven Reste verwahrt sind, ist
noch immer stark verstrahlt. Nach dem Besuch ist es daher ratsam die Schuhe
wegzuwerfen.


Gegen das Vergessen

Als Beweggrund für diese Art von Tourismus nennt der
Reiseveranstalter: „Kampf gegen das Vergessen, damit sich so ein Unglück nicht
wiederholt.“ Doch scheinbar haben die Anwohner bereits vergessen. Sie sehen die
Gegend rund um das alte Atomkraftwerk als unbedenklich an. So schreibt die
Netzeitung:

Rimma Kisseliza
pendelt wie die meisten Menschen im Zwei-Wochen-Takt zwischen ihrer
Arbeitsstelle in Tschernobyl und der Familie im 80 Kilometer entfernten
Tschernigow. Sie versteht bis heute nicht, warum der damalige
ukrainische Präsident Leonid Kutschma die Abschaltung des
Atomkraftwerks absegnete. Denn eine Gefahr sei von dem für die
Energieversorgung des Landes notwendigen Kraftwerk nicht mehr
ausgegangen, lautet die einhellige Meinung in der Tschernobyl-Zone.“

Strahlen kann man weder sehen, riechen noch schmecken,
weshalb die von ihr ausgehende Gefahr oft unterschätzt wird. Den Bewohnern der
Region stehen nur wenige Möglichkeiten offen, Geld zu verdienen. Daher hoffen
sie auf einen verstärkten Touristenstrom und erklären die Gegend für ungefährlich.
Sie selbst leben schließlich ganz in der Nähe.

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3 Meinungen

  1. Wie kann man eine Reise buchen,
    also nach tschernobyl?

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  2. Hallo,
    und zwar heiße ich Jasmin G. und interessiere mich für eine Tour in die Stadt Pripyat also in Tschernobyl. Ich möchte dort mal mit dem Reisebüro für Extremtourismus hinfahren und alles mal anschauen, da ich mich dafür sehr interessiere. Wissen Sie vielleicht wie und wo man sich evtl. erkundigen kann wer so etwas anbietet?
    Ich wohne in Deutschland und habe mich schon die ganze Zeit im Internet darüber erkundigt, aber kein Reisebüro der sowas macht gefunden hier.

    Ich hoffe Sie können mir darauf antworten

    Gruß Jasmin

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